Motorradtour Dolomiten - Kroatien 2008

Tourbericht Dolomiten - Kroatien

Tour 2008 Dolomiten-Kroatien

Am Abend des 6. August 2008 fing es an, ob des tollen Wetters, in der Gashand zu jucken.So beschloss ich spontan, am nächsten Tag in Richtung Dolomiten aufzubrechen.
begann mit der groben Planung der Tour, rief meine Kumpels an und gab ihnen bescheid, dass ich für die nächsten Tage auf Tour sein werde.

Dann packte ich meine Sachen zusammen und weiter ging es mit der Tourplanung.
Wollte es schaffen, am ersten Tag bis in die Dolomiten zu kommen.
Um halb drei in der Nacht ging es dann ins Bett, aber an Schlaf war nicht zu denken, so sehr fieberte ich der Tour entgegen. nach ca. 15 Minuten Schlaf meldete sich das Arschloch (mein Wecker). Aufstehen, kurz etwas hinter die Kiemen schieben und eine Latte Machiato. Dann das Motorrad beladen.

Um 5.45 Uhr ging es los, über Saarbrücken, über Pirmasens und Landau Richtung Karlsruhe.
Dann ging es weiter Richtung Stuttgardt und Ulm. Riesenbaustelle und Stau. Dann endlich ging es Staulos Richtung Kempten, immer schön mit 120 km/h, Reisen statt Rasen, und natürlich auf den Verbrauch achten. Wollte erst in Österreich das erste mal zur Tanke.

...und hier gehts weiter...

Kurz vor 11.00 Uhr endlich von der Autobahn runter. Noch ein paar Kilometer und dann Zigarettenpause.
Weiter nach Füssen - Reutte zum Fernpass, zwischendurch getankt.Echt viel Verkehr, aber wenigstens keine Autobahn mehr. Weiter nach Innsbruck - ein kleines Wunder, Innsbruck bei Sonnenschein zu erleben. Jetzt gehts auf die alte Brennerstraße, und mittlerweile war es 13.30 Uhr. Geiles Wetter und geile Strecke. Eine Stunde später zweigte ich ab in Richtung Pustertal bis Toblach (Dobiacco). Von dort fuhr ich weiter nach Misurina.Die ersten schönen Pässe, der Passo Cimabanche (1529 m), die Drei Zinnen Bergstraße (2400 m), und den Sant-Angelo Pass (1756 m). Ankunft in Misurina, schön am See gelegen, aber das Wetter war nicht mehr so toll, trüb und wolkig, und 16.30 Uhr. Campingplatz suchen! Scheiß drauf, biken ist geil, und so fuhr ich weiter nach Auronzo di Cadore.

Jetzt reicht es wirklich. Nach 730 Kilometern muss jetzt mal Schluß sein, und ein Campingplatz aufgesucht werden. Schnell gefunden, 17.30 Uhr. Gepäck abladen. Kippe in die Schnauze, Becher raus, Whiskey rein und Cola dabei. Diesen Proviant hatte ich ja mit an Bord, nur gegessen hatte ich noch nichts. Zelt aufbauen, noch nen Whiskey-Cola reingepfiffen. Aufbau des nachtlagers abgeschlossen, duschen, und schauen das es was auf die Gabel gibt.Pech gehabt. Campingkneipe gab es nur flüssige Nahrung, also in den Ort, Pizzeria suchen, gefunden. Speisekarte nicht reingeschaut, wusste ja was ich in Bella Italia essen wollte. Ein schönes großes Bier und Spagetti Bolognese bitte. Äh, wir haben nur Pizza. Na Klasse, mag ich ja sooo gerne. Also notgedrungen eine halbe Pizza reingewürgt. Egal, was brauche ich essen. Biken ist einfach nur geil. Zurück auf den Campingplatz, noch nen Whiskey-Cola, und niedergelegt.

Dann irgendwann fing es an zu krachen. Weltuntergang, Gewitter, einfach geil in den Bergen. Was dann an Wasser runterkam spottet jeder Beschreibung. Regentropfen so groß wie Hühnereier. Egal, biken ist geil, campen auch.

Augen auf, Zelt auf, rausgucken, Sonne. Schön. Kippe, Klo und Zelt abbauen. Warum eigentlich, war ja dort wo ich hinwollte. Scheiß Pizza. An den Bergen hingen noch dicke schwere Wolken. Mist, die ganzen Pässe im Regen...keine Lust, und Hunger. Also Zelt abbauen, aber wohin. Fahren wollte ich, und Hunger hatte ich auch, Sche.. Pizza... Italien, Kopfschütteln.
Nach Süden, klar, nach Süden, weg von den Wolken. Kroatien, zum Mittagessen, sind ja nur so 270 Kilometer. Dann mal los Richtung Triest. Die Fahrt geht über  Forni di Sopra, den Mauriapass (1298 m), dann Frühstückspause,  neben der Straße. Schönes Lokal, Biker Rastplatz. mal Ausschau halten nach dem Wolf, ob es ihn noch gibt, wie zwei Jahre zuvor... gefunden, dieses mal angekettet. Damals vor zwei Jahren, war er erst drei Monate alt und lief frei rum. Weiter über Villa Santina und Tolmezzo. Dann Gewitter, Regen..na Klasse...Shit happens. Regenkondom übergezogen und weiter nach Udine...immer noch Regen.Ankunft in Monfalcone..Zigarettenpause und das Regenkondom mutig ausgezogen, obwohl in meiner Richtung der Himmel schwarz war. Scheißegal, biken ist geil. Nun nach Triest und an die Tanke... schweres Gewitter...aber noch bin ich davon entfernt. Tanke Fehlanzeige...vorhanden aber geschlossen... die siebte. Langsam wird es eng. Schon 950 Kilometer und erst einmal getankt. Dann endlich, mitte in Triest, linke Straßenseite... verpasst, umdrehen... paar Liter reingefüllt...Kroatien ist der Saft billiger.
In meiner Fahrtrichtung alles schwarz, Blitze Donner, aber noch trocken, und biken ist einfach geil.
Weiter nach Koper, und am Gewitter, glücklicherweise, rechts vorbei. Stau an der Grenze...Bergauf...Wohnmobile, Wohnwagen, und entgegen kamen die LKW, kamen kaum aneinander vorbei. Nix ging, und es war heiß. Irgendwie schaffte ich es dann doch, an der Schlange vorbei zu kommen.Der Arsch wollte meinen Ausweis sehen, rumkramen, vorzeigen, wegpacken, paar Minuten später das Selbe in Grün. Geschafft, aber wo in Kroatien wollte ich eigentlich hin? Einfach mal fahren und schauen. Novigrad, Porec und dann nach Vrsar-Funtana. Den Campingplatz kannte ich, also hin.

Angekommen, abgeladen, Whiskey und Cola raus, Prost. Zeltaufbau. danach in den Supermarkt auf dem Platz, Cola, Kippen und Bier gekauft. Geiles Wetter, Sonne und heiß. Dann plötzlich gab es Wind von Osten her, wie aus nem Windkanal, also Leinen am Zelt anbringen. zehn Minuten später, kam der Wind ebenso stark von Westen her, vom Meer, also Leinen auch auf der anderen Seite angebracht.Heringe in felsigen Boden einzubringen, einfach geil.

Abendessen im Camingrestaurant direkt am Wasser. Ein paar Humpen Bier reingezogen und dann nen Abstecher zum Fischefest am Hafen gemacht.danach ab ins Zelt, aber nicht für Lange. Sturm, raus aus dem Zelt und sichern. Wind wie aus dem Windkanal..Zelt von einer Höhe von 1,40 m auf 30 cm zusammengedrückt. Eine Stunde später war es vorbei, mit dem Zelt auch. Mehrere Stangen gebrochen... notdürftig wieder zum schlafen hergerichtet. Schön lange geschlafen. dann ab aufs Bike...dieses Mal ohne Gepäck. Ein bisschen durch die Gegend fahren und zum Limski Fjord. Auf dem Rückweg, an der Spanferkelstraße halt gemacht und endlich lecker, sexy Spanferkel gegessen...super gut. Biken ist einfach nur geil. Nur wenige Kilometer an diesem Tag gefahren.

Zurück zum Camping, Bier, Cola und Kippen gekauft und ans Meer gesetzt. Später noch ein Abendessen und dann rein ins Zelt...zurück in die Dolomiten.

Nächsten Morgen, abgebaut, gepackt und auf den Weg gemacht. Tanken, sechs Stangen Zigaretten in den Tankrucksack gepackt, und hoffen das ich nicht kontrolliert werde.
Alles gut gegangen an der Grenze. Danach unfreiwillige Stadtrundfahrt durch Triest, uraltes Kopfsteinpflaster und das bei mehr als 15 % Steigung, Buckelpiste ist nichts dagegen.
Endlich aus der Stadt raus...heiß ohne Ende...Zigarettenpause an der Küstenstraße. Dann fuhr ein italienischer Harleyfahrer vobei, grüsste, um zwei Minuten später wieder zurückzukommen, um zu fragen, ob ich ein Problem hätte. "Nein, alles klar, nur eine Pause". So ganz wollte er es wohl nicht glauben, und wartete bis ich wieder aufstieg. Als dann fuhren wir ne Zeit lang gemeinsam weiter, bis ich die Richtung nach Monfalcone einschlagen musste.

Weiter gings dann wieder Richtung Udine und Tolmezzo, nach Cortina d' Ampezzo, durch dunkle und feuchte Tunnel mit Kopfsteinpflaster. Biken ist geil.Mittagspause am Biker Rastplatz, dort wo der Wolf tanzt.
Dann geht die Fahrt weiter nach Cortina und dem Passo Tre Croci (1805 m). Zigarettenpause mit Blick auf den Monte Cristallo. Weiterfahrt über Schluderbach, Tobalch nach Olang und zum Furkelsattel, Furkelpass (1789 m), wieder zurück ins Pustertal nach Brixen (Südtirol), zum Campingplatz.Endlich Spaghetti zum Abendessen, ein paar Bier und rein ins Zelt. geiler Campingplatz, direkt an der Bahnlinie...ein Zug nach dem anderen...Schlaf..ziemlich schlecht, aber biken ist nur geil.

Morgens Zelt abbauen, Mopped beladen und zur Tanke fahren. Frühstück wird unterwegs eingenommen.
Brixen rein, tanken, und dann einen Abstecher nach Lüsen. von dort wieder zurück nach Brixen und dann Richtung Bozen.
Von Bozen aus fuhr ich weiter durchs Sarntal zum Penser Joch (2215 m). Immer noch nicht gefrühstückt.Hinterreifen begutachtet, und festgestellt, dass er gewechselt werden muss, da mir die Farbe anzeigte, dass ich wohl sehr bald schon auf der Karkasse rumfahren werde. Biken ist einfach geil, und es war 11:45 Uhr. ich denke ich fahre Richtung Heimat. Die Bikerkollegen, mit denen ich mich unterhielt waren der Meinung, dass wäre nicht zu schaffen. dazu müsste man total verrückt sein. Hmm, waren ja nur noch so 700 Kilometer. Egal, mal sehen. Erst mal auf zum Jaufenpass. Biken ist ja so was von geil.
Dann an Sterzing vorbei zum Jaufenpass (2094 m), und von dort weiter zum Timmelsjoch (2509 m), und dann runter nach Sölden, Österreich.. Die Fahrt ging weiter nach Imst, aber immer noch zu früh, um einen Campingplatz aufzusuchen, und der Reifen war hin, also nicht mehr weiter in die Berge. Weiter zum Fernpass, nicht mehr so warm, dafür trüb und wolkig. nach dem Fernpass fing dann die Scheisse erst recht an. Regenkondom anziehen, 2-3 cm Wasser auf der Straße und gewitter. Biken ist einfach geil. Kurz nach Füssen an die Tanke, jetzt gibts kein zurück mehr. Zelt nass, da vergessen es in Plastikbeutel einzupacken. Shit happens. Tank bis zum überlaufen gefüllt, nur kein Stop mehr, und immer noch nichts gegessen und getrunken.
Dann Richtung Ulm, kein Regen mehr, aber Himmel schwarz. Ab Ulm ging es dann los, Wasser vom Himmel wie aus Eimern, zentimeterhoch auf der Bahn, in den Stiefeln, und kein Profil mehr auf dem Hinterreifen.Fast unfahrbar, teilweise gerade mal mit 50 km/h auf der Bahn.Eher ein Boot. Das wasser lief mir überall rein, aber nur noch 350 Kilometer. Biken ist so etwas von geil.
Karlsruhe, immer noch sintflutartige Regenfälle und langsam wurde es dunkel. Biken ist geil,
Landau erreicht, und Pirmasens war auch nicht mehr so weit.Und dann wurde es ganz schlimm, Sicht fast nicht mehr...linke Hand wurde wieder zu Dauerscheibenwischer..ziemlich nutzlos,fahren nur noch im Schneckentempo möglich. Dazu der liebe Gegenverkehr, mit allen Scheinwerfern die sie benutzen konnten. Fuhr nur noch nach dem Pfeil des Navi's, Straße konnte ich so gut wie keine mehr sehen. Biken ist...
Pirmasens wie liebe ich dich. Scheiß B10 hinter mir gelassen, geschafft. Wieder rauf auf die Bahn Richtung Zweibrücken, nur noch etwa 3 cm Wasser auf der Straße..Saarbrücken, ju hu.
Zu Hause angekommen, nach 14 1/2 Stunden Fahrt und etwas mehr als 800 Kilometern, endlich etwas essen und trinken. Prost Mahlzeit.
Biken ist so etwas von geil...und die nächste Tour..aber bei Regen in der Dunkelheit ist Schluß...

Tour vom 7.8. bis 11.8.2008 Gesamtstrecke 2300 Kilometer