Motorradtour Ardeche 2008

Tourbericht Ardeche

 

 

 

 

 

Motorradtour über Pfingsten 2008


Freitag, 9. Mai Motorrad gepackt und um 8.45 Uhr auf die Piste Richtung Metz. Von dort über Nancy, Epinal und Vesoul nach Besancon. Dies war der schnellste Abschnitt um Kilometer zu schruppen. Ab Besancon gings auf die N 83 über  Lons le Saunier durchs französische Jura nach Bourg en Bresse und weiter nach Lyon. Von Lyon aus gings über die N 7 in Richtung Valence entlang der Rhône.Kurz vor Valence gings dann auf die andere Seite der Rhône nach Tournon sur Rhône auf die N 86 Richtung Privas.Dann gehts kurz vor Privas, bei Alissas auf die D 299, D 307 und D 7,  Straßen die nicht breiter als ein Hausflur sind, über Pässe und hunderte von Kurven die letzten 70 km zur Ardèche. Der letzte Abschnitt nach Vallon Pont d'Arc führt über die D 103 und D 1. Vallon Pont d'Arc erreiche ich nach genau zwölf Stunden und rund 750 km im Sattel, um 19.45 Uhr, mit inklusive 40 Minuten an Pausen und 7 Radarfallen, ohne die stationären Radarfallen mit einzurechnen. Auf dem Campingplatz Le Chavieux, Salavas angekommen, treffe ich auf den ersten 30 Metern meiner Platzsuche auf eine Gruppe von vier Bikern aus dem Kreis Saarlouis.Prima Leute, die auch mit ihren Bikes dort waren. Baute mein Zelt direkt neben ihnen auf...aber nicht, bevor ich mir einen Whiskey-Cola genehmigte...den hatte ich mir verdient. Abends kam dann die Chica vom Campingplatz vorbei und meinte, dass wir auf unsere Bikes aufpassen sollten, da die Woche vorher mehrere Motorräder nachts vom Campingplatz geklaut wurden. Also dann vor dem Schlafengehen ne Angelleine am großen Zeh und Bike befestigt, damit ich wach werde wenn jemand die Lady bewegt.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg, um an der Ardèche entlang zu fahren. Von Vallon Pont d'Arc führt die  Landstraße, Corniche - eine Kurve folgt der Anderen - am Rande des Canyon vorbei in Richtung St Martin d'Ardèche.Unterwegs mal kurz an mehreren Stellen angehalten, Fotos gemacht und ne Zigarettenpause eingelegt.Ganz schön was los auf der Corniche, und das obwohl noch keine Saison ist.  Nach  Aufenthalt in St Martin d'Ardèche und Aiguèze gehts weiter nach Bourg St Andéol, und weiter über die D 4 nach Vallon Pont d'Arc. Unterwegs Wahnsinnskurven und obendrauf auch noch ne Buckelpiste.Dafür bedeutend weniger Traffic wie auf der Corniche. Dort in Vallon wieder angekommen gings weiter über die  D 579 Richtung Aubenas  nach Ruoms.Von dort über die D 111 und D 104 nach Saint Paul le Jeune, um über die D 901, St André de Cruzières und die D 255 über Bessas und Vagnas nach Vallon Pont d'Arc zurückzukehren. Strecke ca 180 km, Fahrzeit ca. 8 Stunden mit mehreren Aufenthalten.Fazit: Geile Landschaft, geile Kurven

Pfingstsonntag wurde das Bike wieder bepackt und gegen halb elf verließ ich das Mekka der Biker in Richtung Haute-Provence, zum Lac de Sainte-Croix.
Von Vallon Pont d'Arc nahm ich die D 579 und D 979 nach Barjac. Von Barjac aus über die D 980 nach Bagnols sur Cèze. Danach erreichte ich Avignon über die N 580 - keine Zeit für Sightseeing - und weiter über die N 100 nach Apt. Hinter Apt fuhr ich weiter über die D 6, D 952 und Manosque zum Lac de Sainte-Croix, geiles türkisfarbenes Wasser, verlockt zum reinspringen, aber um diese Jahreszeit ist das Wasser dort noch zu kalt. Vom Lac aus gehts dann nach Aiguines ( D 71 ), Route de Crête, entlang der Gorges du Verdon, Grande Canyon du Verdon.Nach kurzer Zeit erreiche ich den Col d'Illoire in 948 m Höhe mit sagenhaften Einblicken in die Schlucht.  Bei der Weiterfahrt passiere ich die Brücke Pont d´Artuby von der man einen Bungeesprung, 180 m in die Tiefe wagen kann. Heute ist nicht viel los auf der Brücke, keiner der gerade bereit ist nen Sprung zu wagen, deshalb lohnte kein Halt. Also weiter nach Trigance und die D 90 und D 955 weg vom Gorges du Verdon nach Pont de Soleils.Von Pont de  Soleils aus gehts wieder entlang des Verdon über die D 952 nach Castellane. Von Castellane aus gehts weiter auf die N 85, Route Napoléon, wobei ich bei der Abfahrt vom Lequespass (1148 m) ne Zwangspause einlegen musste. Die Straße war wegen eines schweren Motorradunfalls kurzeitig voll gesperrt. Beim weiterfahren sah ich, das 300 m unterhalb der Straßensperre ein Motorradfahrer bei der Bergaufpassage mit seinem Bike an der Leitplanke in ner Kurve gelandet ist. Drei andere Biker standen noch an der Unfallstelle mit den Gendarmen. Bei Châteauredon verlasse ich die Route Napoléon und wechsle auf die D 17 und lasse dadurch Digne les Bains rechterhand liegen. Bei Aiglun treffe ich wieder auf die N 85, Route Napoléon und fahre sie weiter bis nach Sisteron. Dort so ca. 19.15 Uhr und rund 390 km angekommen suche ich nen passenden und geöffneten Campingplatz, Camping Municipal des Pres Hauts, den ich dann auch etwa zwei km vom Zentrum entfernt fand. Jetzt schnell  Zelt aufbauen und gucken das ich noch was auf die Gabel bekomme. Das Campingrestaurant hat nicht geöffnet, da noch keine Saison ist, und den Municipal nur wenige Durchreisende zu dieser Zeit nutzen. Dann schnell aufs Bike und ab in die Stadt. Da steht dann ein Verkaufswagen, Pizza a Porter. Nun fängt es auch noch zu regnen an und keine Möglichkeit die Pizzaschachtel auf dem Bike zu befestigen. Alles auf dem Campingplatz gelassen. Jetzt schnell die Pizza auf die Knie dann ab zum Campingplatz. Geile fahrerei mit der Pizza auf Knie und Tank.Im Zelt dann mal schnell nen Whiskey-Cola eingeschenkt und die Pizza reingeschoben. Scheisse, macht runter wie die Sau. Hoffe das das am nächsten Tag aufhört, denn wirklich Laune macht es nicht, die restlichen 780 km in einem Stück, im Regen nach Hause zu fahren.

In der Nacht hatte es wieder aufgehört zu regnen. Hingen zwar am Morgen noch ein paar schwarze Wolken am Himmel, aber es sah nicht schlecht aus. Also Zelt abgebaut, natürlich nass eingepackt, und das Bike beladen. Dann um 7.15 Uhr losgefahren, noch ein paar Schnappschüsse von Sisteron machen, denn am Abend zuvor hatte der Akku der Digicam den Geist mangels Energie aufgegeben.
Als dann begab ich mich auf die N 75 und nach ca 75 km passierte ich bei Lalley den Col de la Croix Haute in einer Höhe von 1177 m. Bei St Martin de Clelles gönne ich mir einen kurzen Stop. Dort bietet sich mir eine fantastische Aussicht auf den  Mont Aiguille ( 2087 m ).Danach gehts weiter nach Grenoble in Richtung Bourg en Bresse und weiter nach Lons le Saunier, dort am Mc Doof mal schnell was zu essen geholt - wurde Zeit, da das Frühstück in Sisteron ausfallen musste. Nach dem Verspeisen eines undefinierbaren, mangels französischer Sprachkenntnisse, Irgendwas, gings dann weiter nach Bourg en Bress, auf der N 83.Von Besancon über die D 3 und D 474 nach Vesoul.Nach Vesoul geht es wieder schneller über Epinal, Nancy und Metz, so dass ich kurz vor 20. 00 Uhr nach rund 780 km zu Hause eintraf.
Die Gesamtstrecke belief sich auf rund 2450 km.
Fazit: 4 Tage und fast 54 Stunden im Sattel, 18 Radarkontrollen, ohne die fest installierten.In Frankreich sollte man sich tunlichst an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.Eine Überschreitung wird ziemlich übel genommen. Eine Grandiose Landschaft, tausende von Kurven, bikefreundliches Wetter. Zudem wieder mal ein dickes Lob an die französischen Autofahrer, die auf Motorradfahrer achten, gerne ein wenig Platz machen, um den Bikes das überholen zu erleichtern. Keine Huperei, oder böse Blicke, wenn man an einer Ampel an ihnen vorbeifährt. Im Gegenteil, sie machen von sich aus Platz, wenn sie ein Motorrad sehen und winken dich vorbei. Keiner nimmt dir im Kreisverkehr die Vorfahrt, Von deutschen Konservendosenfahrern kann man so was nicht erwarten. Insgesamt ist Frankreich ein sehr Motorradfahrerfreundliches Land. Es war nicht die erste Tour in Frankreich, und wird auch nicht die letzte sein. Den größten Teil, 80 %, meiner gesamten Motorradkilometer habe ich in Frankreich zurückgelegt und werde es auch weiterhin tun. Schön, dass ich im Saarland lebe.